Mondlandung

Das Wettrennen um die erste Mondlandung – ein realer Hollywood-Thriller

Nachdem die russischen Raumfahrtexperten bereits mehrfach Hunde und eine Puppe mit Druckanzug ins All geschickt hatten, begann die Vorbereitung zur ersten Mondlandung der Sowjets. Die Rakete Wostok 1, was übersetzt Osten bedeutet, startete am 12. April 1961. An Bord war der Kosmonauten Juri Gagarin, der anschließend für dieses Meisterstück den Lenin-Orden erhielt und als erster Mensch im All weltberühmt wurde.

Dieser unerwartete Sensationserfolg der Russen löste bei der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA einen Schock aus. Der damalige US-President John F. Kennedy erklärte es offiziell zum nationalen Ziel, vor 1970 mit einem bemannten Raumschiff auf dem Mond zu landen. Wörtlich sagte Kennedy am 25. Mai 1961: „Ich glaube, diese Nation sollte sich verpflichten, das Ziel vor dem Ausklingen dieses Jahrzehnts zu erreichen, einen Mann auf dem Mond zu landen und ihn sicher auf die Erde zurückzubringen. “
In der Folge wurden gigantische finanzielle und personelle Mittel bereitgestellt – von Privatleuten, Unternehmen und dem Kongress. Die massive Unterstützung der NASA durch die Industrie und die Bevölkerung ist bis in die Gegenwart beispiellos.


Das Apollo-Programm

1961 lagen die USA in der Entwicklung des Weltraumflüge deutlich hinter der Sowjetunion zurück und eine Mondlandung schien ein futuristischer Traum zu sein. Dieses Szenerio spielte zur Zeit des Kalten Krieges, weshalb diese überaus mutige Aufforderung des beliebten Präsidenten in den USA, aber auch in den westlichen Ländern begrüßt wurde. Und überall auf der Welt kursierten Witze über das obskure Rennen um die erste Mondlandung. Von diesen wurde einer dank einem Limonadenhersteller in unzählige Sprachen übersetzt. Darin hieß es, die Russen seinen gelandet und hätten den Mond rot angestrichen. Darauf gab Präsident Nixon die Anweisung, in großen weißen Lettern „Coca-Cola“ auf den roten Mond zu schreiben.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern und Ingenieuren arbeitete fünf Jahre unter Inkaufnahme von tausenden Überstunden fieberhaft an der Realisierung dieses Traums von der ersten bemannten Mondlandung. 1966 begannen die ersten unbemannten Apollo-Missionen, wobei vornehmlich die strukturelle Integrität der Kombination aus Trägerrakete und Raumfahrzeug getestet wurde.


Trotz Tragödie – Ziel blieb die bemannte Mondlandung

Ein großer Rückschlag traf die NASA am 27. Januar 1967 in Cape Canaveral. Im Kennedy Space Center in Florida brach während eines bemannten Startrampentests der Apollo-Raumsonde und der Saturn-Rakete ein Feuer aus. Drei Astronauten verloren ihr Leben.
Trotz dieser Katastrophe hielten die NASA und ihre tausenden Mitarbeiter unerschütterlich am Ziel fest. Im Oktober 1968 umkreiste Apollo 7 als erste bemannte US-amerikanische Raummission die Erde. Dabei wurden die hochentwickelten Systeme getestet, die für die Durchführung eines Langstreckenflugs im All und zur Mondlandung erforderlich waren. Im Dezember desselben Jahres brachte Apollo 8 drei Astronauten auf die Nachtseite des Mondes und zurück. Das neuentwickelte Modul zum Eintritt in den Erdorbit wurde im März 1969 durch die Apollo 9-Mission auf Herz und Nierengeprüft. Im Mai starteten die drei Astronauten mit der Apollo 10. Dies war das erste vollständige Apollo-Raumschiff, wurde aber lediglich für einen „Trockenlauf“ um den Mond genutzt.

Die Mondlandung von 1969 im Zeitraffer
Am 16. Juli um 9:32 Uhr MEZ startete Apollo 11 mit den Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins vom Kennedy Space Center. Armstrong, ein 38-jähriger ziviler Forschungspilot, war der Kommandant der Mission.

Nachdem Apollo 11 in 76 Stunden 240.000 Meilen zurückgelegt hatte, trat das Raumschiff am 19. Juli um 13:46 Uhr in eine Mondumlaufbahn ein. Am nächsten Tag trennte sich das von Armstrong und Aldrin besetzte Mondmodul Eagle vom Kommandomodul, in dem Collins verblieb. Zwei Stunden später begann der Adler seinen Abstieg zur Mondoberfläche. Die Mondlandung erfolgte um 16:17 Uhr. Die Mondfähre landete am südwestlichen Rand des Meeres der Ruhe. Armstrong sendete sofort eine Funkmeldung an Mission Control in Houston, Texas: „Der Adler ist gelandet.“

Um 22:39 Uhr, fünf Stunden vor dem ursprünglichen Zeitplan, öffnete Armstrong die Luke des Mondmoduls. Während er die Leiter hinabstieg, übertrug eine am Fahrzeug angebrachte Fernsehkamera diese Bilder live zur Erde, wo weltweit rund eine Milliarde Menschen gebannt vor den Fernsehern saßen.
Als Armstrong um 22:56 Uhr von der Leiter stieg und seinen Fuß auf die pulverige Oberfläche des Mondes setzte, sprach er sein berühmtes Zitat: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.“
19 Minuten später betrat auch Aldrin die Mondoberfläche. Gemeinsam machten sie Fotos vom Gelände, pflanzten eine US-Flagge und führten einige einfache wissenschaftliche Tests durch. Und sie telefonierten mit Präsident Richard Nixon, der später dazu sagte, dies wäre das „historischste Telefonat, das jemals vom Weißen Haus geführt wurde“.


Fünf weitere Mondlandungen und eine abgebrochene Mission

Diese Mondlang wurde durch fünf weitere Missionen wiederholt. Eine sechste musste abgebrochen werden, denn ausgerechnet Apollo 13 konnte nach einer technischen Panne nur mit viel Glück sicher zur Erde zurückgelangen. Die letzten Männer bei einer Mondlandung waren die Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt während der Apollo 17-Mission am 14. Dezember 1972.

Das Apollo-Programm war ein kostspieliges und arbeitsintensives Unterfangen, an dem schätzungsweise 400.000 Ingenieure, Techniker und Wissenschaftler beteiligt waren. Die Gesamtkosten belaufen sich auf gut 24 Milliarden US-Dollar, was inflationsbereinigt nach heutigem Wert fast 100 Milliarden US-Dollar wären. Die Mondlandung wird 2019 nochmals gefeiert, denn es ist ihr 50. Jahrestag.

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